Wände, die Geschichten erzählen
Hintermauerziegel werden an rund 50 Produktionsstätten in Deutschland hergestellt. Hauptsächlich zählen zu diesen Produkten Mauerziegel, die zur Errichtung monolithischer Außenwände verwendet werden, aber auch Hochlochziegel für Innenwände. Gemäß der Produktnorm DIN EN 771-1 „Mauerziegel" werden Hintermauerziegel im geschützten Mauerwerk eingesetzt, anders als Vormauerziegel und Klinker, die auch im ungeschützten Bereich verwendet werden können. Geschütztes Mauerwerk bedeutet, dass die Wand etwa durch Putz oder Verkleidung gegen eindringendes Wasser geschützt ist und durch eine Abdichtung keinen Kontakt zu Boden oder Grundwasser hat.
Welche Normen gelten für Hintermauerziegel?
Hintermauerziegel werden gemäß DIN EN 771-1 als P-Ziegel bezeichnet und haben je nach Form und Ausbildung die Vorgaben der Grenzabmaße einzuhalten. Des Weiteren gibt es Anforderungen an
- die Druckfestigkeit,
- die Verbundfestigkeit,
- das Brandverhalten,
- die Wasserdampfdurchlässigkeit und
- die Bruttotrockenrohdichte.
Zu all diesen Anforderungen gibt es Klassen oder Anwendungsbereiche.
In der deutschen Anwendungsnorm DIN 20000-401 „Regeln für die Verwendung von Mauerziegeln“ werden die national festgelegten Anforderungen aus dem Rahmen der DIN EN 771-1 festgelegt. Sie münden in der Beschreibung von Lochungsarten. Diese werden wieder in der Tragwerksplanung gemäß DIN EN 1996-1-1/NA „Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten“ für die Zuordnung bemessungsrelevanter Größen zu Grunde gelegt.
Welche Eigenschaften haben Hintermauerziegel?
Hintermauerziegel verbinden die notwendigen Kriterien zu Statik und Brandschutz insbesondere mit hervorragenden Eigenschaften zum Wärme- und Schallschutz. Das gilt vor allem beim Einsatz von verfüllten Ziegeln. Sie haben eine innenliegende Wärmedämmung, etwa aus vulkanischem Perlit oder Mineralwolle. Bei ihnen kann auf eine zusätzliche Außendämmung verzichtet werden.
Architekten profitieren beim Einsatz von Ziegeln von einer einfachen, seit Jahrzehnten bewährten Planung, die hochwertige, langlebige Gebäude ermöglicht. Wohnungswirtschaft und private Bauherren können sich auf eine hochwertige, wartungsarme Gebäudehülle verlassen.
Wo werden Hintermauerziegel eingesetzt?
Moderne Hintermauerziegel sind prädestiniert für den Einsatz beim Ein- und Zweifamilienbau, im mehrgeschossigen Wohnungsbau sowie im Objektgeschäft. Weil sie Feuchtigkeit regulieren, eignen sie sich gerade für Gebäude, in denen Wohngesundheit eine große Rolle spielt, wie etwa Kindertagesstätten, Schulgebäude oder Supermärkte. Mit Ziegeln als monolithische Wandkonstruktion sind in Massivbauweise bis zu neun Geschosse möglich.
Was macht die Fachgruppe Hintermauerziegel?
Die Fachgruppe Hintermauerziegel (FG HMz) im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. bearbeitet die technischen Anwendungsfragen der Sparte, vertritt die Ziegelindustrie in vielen Ausschüssen und bietet im Rahmen der Hochschularbeit diverse Aktivitäten wie Vorlesungen, Besichtigungen oder den Deutschen Ziegelpreis.
Welche Planungshilfen stellt die Fachgruppe bereit?
Zur Unterstützung von Planenden und Fachingenieur*innen im Bereich Bauphysik stellt die FG HMz kostenlos den Ziegel Wärmebrückenkatalog sowie die Bauakustiksoftware „Modul Schall 4.0“ zur Verfügung. Mit diesen Softwareprogrammen kann für den jeweiligen technischen Bereich eine detaillierte Planung durchgeführt werden.