Brüssel: Da sein, wo die Musik spielt
Als Ziegelindustrie sind wir auf europäischer Ebene aktiv und begleiten zentrale Regulierungsthemen wie den European Green Deal und den EU Emissionshandel.
Ein wesentlicher Teil der industrie- und baupolitischen Weichenstellungen erfolgt heute auf europäischer Ebene. Die Europäische Union definiert zentrale Rahmenbedingungen, die direkten Einfluss auf die Produktionsprozesse unserer Mitglieder und auf das Bauen insgesamt haben. Für uns ist daher klar: Wer die Zukunft der Branche mitgestalten will, muss in Brüssel präsent sein und Entwicklungen frühzeitig einordnen.
Ein zentraler Bezugspunkt ist der European Green Deal. Er setzt den politischen Rahmen für Transformation, Energieeinsatz und Emissionsminderung in der Industrie – und wirkt zugleich in die Baupolitik hinein. Unsere Aufgabe ist es, diese Prozesse eng zu begleiten, technisch fundiert zu bewerten und praxisnahe Lösungen einzubringen.
Dabei agieren wir nicht isoliert. Wir stehen im kontinuierlichen Austausch mit unseren europäischen Dachverbänden Tiles & Bricks Europe und Cerame-Unie, die die Interessen der gesamten Keramikindustrie bündeln. Über diese Netzwerke bringen wir die Perspektiven unserer Mitgliedsunternehmen in europäische Entscheidungsprozesse ein und sorgen dafür, dass branchenspezifische Anforderungen Gehör finden.
Gleichzeitig suchen wir den direkten Dialog vor Ort. Wir sind regelmäßig in Brüssel, führen Gespräche mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments und bringen unsere Themen frühzeitig in politische Prozesse ein. Dieser Austausch endet nicht in den Institutionen: Viele Abgeordnete nutzen im Anschluss die Gelegenheit, Ziegelwerke in ihren Wahlkreisen zu besuchen. Dort erleben sie unmittelbar, welche Auswirkungen europäische Regulierung auf industrielle Praxis hat – und welche Lösungen unsere Mitgliedsunternehmen bereits heute entwickeln.
Ziegelrelevante europäische Themen im Überblick
- EU Emissionshandel: Der EU Emissionshandel soll den Übergang zu einer klimaneutralen Produktion gewährleisten. Dabei ist es wichtig, Anforderungen und Transformationstempo aufeinander abzustimmen.
- EPBD (Energy Performance of Buildings Directive): Sie definiert die energetischen Anforderungen an Gebäude und beeinflusst maßgeblich, wie künftig gebaut und saniert wird.
- Bauprodukteverordnung und Acquis-Prozess: Sie legen die regulatorischen Grundlagen für den freien Warenverkehr von Bauprodukten in Europa und das Inverkehrbringen fest und bestimmen, wie technische Regeln weiterentwickelt werden. Im Acquis-Prozess werden alle harmonisierten Bauprodukt-Normen überarbeitet und es sollen alle Anforderungen der Mitgliedsstaaten eingearbeitet werden.
- Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie (IED): Sie setzt den Rahmen für Emissionsanforderungen in der Produktion und hat direkte Auswirkungen auf die Werke unserer Mitglieder.
- Revision des BREF Keramik: Die Keramikindustrie ist hier der erste Industriezweig im Überarbeitungsprozess – entsprechend hoch ist die Relevanz für zukünftige technische Standards und Genehmigungspraxis von BImschG-Anlagen.
- EU-wide End-of-Waste (EoW) criteria for mineral Construction and Demolition Waste (CDW): Für eine Wiederverwendung oder den Einsatz von Recycling-Produkten aus Ziegelmaterial werden Kriterien für das Abfallende erarbeitet. Hier ist eine enge Abstimmung mit der nationalen Ersatzbaustoffverordnung (EBV) notwendig.
Unser Anspruch ist es, diese Themen nicht nur zu begleiten, sondern aktiv und faktenbasiert im engen Schulterschluss mit unseren europäischen Partnern mitzugestalten. Besonders wichtig ist uns die praktische Umsetzbarkeit in den Werken.