Einfach Bauen – was heißt das?
Einfach Bauen steht einerseits für komfort- und kostenreduziertes Bauen und soll andererseits technische Baustandards auf ein Mindestmaß herabsetzen und dabei die Verbindlichkeit zur unbedingten Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik lockern. Denn im deutschen Wohnungsbau der vergangenen Jahre bzw. Jahrzehnte ist mittlerweile eine Schmerzgrenze für die Bauwirtschaft erreicht, welche zu Zurückhaltung bei Bauvorhaben und Stagnation von baulichen Maßnahmen führt. Zugleich ist bezahlbarer Wohnraum zu einem großen sozialpolitischen Thema geworden, welchem mit dem „Einfach-Bauen-Prinzip“ entgegengewirkt werden soll. Ein wichtiger Baustein dafür ist der Gebäudetyp E. Als Planungs- und Vertragsansatz soll er rechtlich ermöglichen, auf gesetzlich nicht zwingende Komfort- und Ausstattungsstandards zu verzichten, um schneller und kostengünstiger zu bauen. Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit bleiben davon unberührt.
Gebäudetyp ECO – effizient, clever, optimiert – die Antwort der Ziegelbranche auf „Einfach Bauen“
Der Gebäudetyp ECO ist an die Leitlinien von Gebäudetyp E angelehnt und folgt somit gleichermaßen einem kostenreduzierten Ansatz. Gleichzeitig weicht Gebäudetyp ECO bewusst von einigen Leitprinzipien des Gebäudetyps E ab, da eine Verringerung von Baukosten nicht zu Lasten einer angemessenen qualitativen Ausführung gehen muss. Denn: Bauweisen aus Planziegeln können aufgrund der hohen Qualität bei der Produktion sowie aufgrund der wenigen Schichten zu Zeit- und Materialersparnissen (in Bezug auf den Mörtelverbrauch wie auch auf die Baustellenprozesse) führen. Des Weiteren wird das Risiko von Verarbeitungsfehlern auf der Baustelle minimiert, weniger Schichten bedeuten weniger Arbeitsschritte. Der Einsatz einer monolithischen Bauweise ermöglicht es den Bauherren zudem, mit einem Mindestmaß an Haustechnik zu planen. Dies wird bedingt durch ihre selbstregulierenden bauphysikalischen Eigenschaften (Fähigkeit des Materials, Feuchte und Wärme zu speichern und zeitversetzt wieder abzugeben) und die Ausführung als wärmebrückenminimierte Bauweise.
Mit der Ziegelbauweise kann nahezu jeder gewünschte Grundriss umgesetzt und auf erhöhte Anforderungen an die Bauweise durch die Umgebung reagiert werden (z. B. erhöhte Anforderungen an den Schallschutz bei Lärmemission durch Straßen- und Schienenverkehr).
Mit Hilfe der Bauberatung unserer Mitgliedsunternehmen kann zudem vorausschauend für mehrere Generationen und für unterschiedliche Standards geplant werden, sei es für ein Nachhaltigkeitszertifikat oder nach dem ECO-Prinzip.
Serielle, modulare und systemische Bauweisen (SMSB)
Vorgefertigte Wände und Module sind eine Antwort der Ziegelindustrie auf die Aufgabe, Wohnraum schnell und kostengünstig schaffen zu können. Massive Bauteile werden unter kontrollierten Bedingungen im Werk vorgefertigt und direkt auf der Baustelle ihrer Verwendung zugeführt. Die zunehmende Digitalisierung des Bauwesens wird durch den hohen Grad der Vorplanung weiter vorangetrieben.
SMSB können einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung von (Kosten-)Effizienz und Geschwindigkeit des Baustellenbetriebs leisten. Ein hoher Grad an digitaler Vorplanung ermöglicht es unseren mittelständischen Unternehmen, ihre Innovationskraft schnell auf die Baustelle zu bringen und dabei die Kosten im planbaren Rahmen zu halten. Der Aufwand für die Baustellenlogistik wird durch die Vorfertigung deutlich reduziert und die Belastung durch Lärm und Staub auf der Baustelle verringert.
Fertigteile und Module können nach dem Ablauf der Gebäudenutzung rückgebaut werden. Module können nach neuem Innenausbau einer neuen Nutzung zugeführt werden. Dies bedeutet eine deutliche Verlängerung der Lebensdauer der Bauteile. Es ist möglich, dabei entstehende Bauabfälle sortenrein zu trennen. Die Minimierung von Materialverlusten und Optimierung des Ressourceneinsatzes tragen zu Kosteneffizienz und Skalierbarkeit bei.